Abwehrumstellung und Torwartwechsel als Wendepunkte

Jung-Zebras siegen im Derby gegen Flensburg – Starke zweite Halbzeit sichert 39:34-Erfolg

Das mit Spannung erwartete Nordderby in der Edgar-Meschkat-Halle in Altenholz hielt, was es versprach: Tempo, Intensität und eine hochklassige Partie in der A-Jugend-Bundesliga. Vor rund 380 Zuschauern setzte sich die U19 des THW Kiel mit 39:34 (19:20) gegen die SG Flensburg-Handewitt durch und sicherte sich einen verdienten Heimsieg – insbesondere dank einer starken zweiten Halbzeit.

Flensburg mit besserem Start – THW kämpft mit Fehlern

Die Gäste aus Flensburg kamen besser in die Partie und nutzten einige Unkonzentriertheiten der Jung-Zebras konsequent aus. Während die THW-Abwehr zu viele Lücken offenbarte, agierte die SG effizient im Abschluss. Julius Drewes erwies sich dabei als treibende Kraft im Angriff, während Moritz Detlefsen und Constantin Minning in der Defensive zunehmend Zugriff bekamen.

Der THW kämpfte zudem mit 18 technischen Fehlern bis zur Pause – ein Umstand, den Trainer Felix Höppner später kritisch anmerkte:
“Unsere Abwehr stand nicht gut, und wir haben unseren Torhütern nicht ausreichend geholfen. Wir mussten in der Halbzeit dringend Anpassungen vornehmen.”

Abwehrumstellung und Torwartwechsel als Wendepunkte

Die Halbzeitpause nutzten die Jung-Zebras für taktische Anpassungen – und diese fruchteten. Die Defensive stabilisierte sich, technische Fehler wurden reduziert, und mit dem Wechsel von Hendrik Pantel auf Mads Riecken zwischen den Pfosten kam zusätzliche Sicherheit ins Spiel.

Der THW spielte nun variabler und brachte mehr Breite in den Angriff. Dies führte dazu, dass die Gastgeber das Ruder herumreißen konnten. Vor allem die Defensive sorgte für Ballgewinne, die in schnelle Gegenstöße umgewandelt wurden. Mads Riecken glänzte mit wichtigen Paraden und gab dem Team zusätzlichen Rückhalt.

“Wir haben in der zweiten Halbzeit eine sehr gute Leistung gezeigt und das Spiel verdient gewonnen,” resümierte Höppner zufrieden.

Flensburg muss in die Bundesliga-Qualifikation

Durch die Niederlage in Kiel steht fest, dass die SG Flensburg-Handewitt in der Qualifikation um den Bundesliga-Verbleib kämpfen muss. Trainer Simon Hennig zeigte sich enttäuscht über die verpasste Chance:
“Wir hatten zur Pause noch gehofft, hier etwas mitzunehmen. Aber dann haben wir zu viele Fehler gemacht und das Spiel aus der Hand gegeben.”

Mit diesem wichtigen Sieg bleibt der THW Kiel im Kampf um die Spitzenplätze weiterhin voll dabei. Die starke zweite Halbzeit gibt den Jung-Zebras Rückenwind für die kommenden Aufgaben in der A-Jugend-Bundesliga.

Das vergangene Wochenende in der A-Jugend-Bundesliga brachte einige richtungsweisende Entscheidungen und packende Partien mit sich.

In der Staffel Nord sicherten sich die Füchse Berlin mit einem souveränen 34:25 gegen Empor Rostock zwei Punkte, wobei sich besonders die eingesetzten B-Jugendlichen nahtlos ins Team einfügten. Potsdam hatte gegen Hagen zunächst Schwierigkeiten, drehte dann aber mit einem Fünf-Tore-Lauf das Spiel und feierte mit dem 33:28-Sieg nicht nur den Erfolg, sondern auch die vorzeitige Qualifikation für die kommende Saison. Weniger zufrieden waren die Trainer nach dem 32:27-Erfolg des SC Magdeburg in Burgdorf – während der TSV zu viel Respekt zeigte, bemängelte SCM-Coach Hahn die fehlende Überzeugung im Angriff. Einen Krimi lieferte sich der HSV Hamburg mit TuSEM Essen, das trotz Rückständen immer wieder ins Spiel fand. Drei Zeitstrafen in der Schlussphase kosteten die Essener jedoch die Chance auf Punkte, sodass Hamburg knapp mit 35:34 gewann. Das Nordderby zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt endete mit 39:34 zugunsten der Gastgeber. Nach einer starken ersten Halbzeit und einer knappen Führung verlor Flensburg nach dem Seitenwechsel den Faden und muss nun in der Qualifikation um seinen Platz in der Bundesliga kämpfen.

In der Staffel Süd gelang JANO Filder ein 35:31-Erfolg gegen Melsungen, der jedoch hart erkämpft war. Trotz einer späten Führung der Gastgeber behielt Filder am Ende die Nerven und drehte die Partie. Der SC DHfK Leipzig überzeugte mit einem deutlichen 35:23 beim Bergischen HC und zeigte sich auswärts endlich wieder in Topform. Dormagen und Erlangen lieferten sich ein dramatisches Duell, in dem die Gäste in den letzten 70 Sekunden mit einer offensiven Manndeckung und dem siebten Feldspieler aus einem 30:33-Rückstand noch ein 33:33-Unentschieden machten. Während Dormagen haderte, wertete Erlangen das Spiel als wertvolle Erfahrung. Ein unschönes Ende nahm die Partie zwischen Bietigheim und Balingen-Weilstetten, die beim Stand von 19:8 für Bietigheim aufgrund einer schweren Verletzung eines Balinger Spielers abgebrochen wurde.

Das Wochenende brachte nicht nur spannende Spiele, sondern auch wichtige Entscheidungen mit sich. Während Potsdam die direkte Qualifikation sicherte, muss Flensburg-Handewitt in die ungeliebte Qualifikationsrunde. Dormagen und Erlangen boten das spannendste Duell, während Leipzig und Bietigheim überzeugten. Die heiße Phase der Saison beginnt – und das Rennen um die letzten Plätze verspricht weitere Dramatik.

slide-up